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Jedes Jahr ein Ingenieur
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Für Schüler des Friedrich-Schiller-Gymnasiums Eisenberg ist Zement alles andere als grau und langweilig. Das soll ein Kreativwettbewerb beweisen, den sie gemeinsam mit der dornburger zement GmbH & Co. KG als Kooperationspartner gestartet haben. "Wir werden einiges ausprobieren und letztlich zeigen, was sich alles mit dem Material gestalten lässt", sagt Tina Blaufuß aus der Klasse 11f. Sie hat den Wettbewerb an der Schule mit organisiert. "Er ist ausgelobt, dotiert und auch bei den Eltern sehr gut angekommen", berichtet sie. Das Unternehmen stellt eigens einen neuartigen Beton zur Verfügung, mit dem unter anderem durch Ausgießen von Matritzen und Formen unterschiedliche Körper entstehen können. Heiko Ortner, Lehrer für Wirtschaft und Recht, will im kommenden Schuljahr auch eine Arbeitsgemeinschaft anbieten, in der die Jugendlichen noch mehr Ideen umsetzen können.
"Der Vorschlag, etwas mit Zement zu gestalten, kam von den Schülern", sagt er. "Seit fast anderthalb Jahren haben wir den Betrieb nun per Vertrag an unserer Seite. Aber so eine Partnerschaft muss ja auch gelebt werden und nicht nur auf dem Papier stehen. Wir lassen Wünsche und Vorstellungen der Schüler in die jährlichen Vorhaben einfließen. Immer wieder kommt so Neues hinzu", erklärt er.Heiko Theuerkauf, Geschäftsführer des Zementwerkes, ist mit Leib und Seele Ingenieur und unterstützt auch deshalb die von Landrat Andreas Heller (CDU) gestartete Kampagne "Schule trifft Wirtschaft", sagt er. Inzwischen ist sie eingebettet in das seit Jahren von der Industrie- und Handelskammer (IHK) Ostthüringen betreute Projekt Kurs 21 zur Förderung von Lernpartnerschaften zwischen Schulen und Unternehmen. "Zum einen sollen die jungen Leute unseren Betrieb kennenlernen. Wir hoffen, so geeigneten Nachwuchs an das Unternehmen zu binden. Ich sehe aber auch, dass die technischen Richtungen völlig unterbesetzt sind. In Deutschland fehlen einfach Ingenieure. Mein Ehrgeiz ist es, jedes Jahr einen jungen Menschen für dieses Berufsbild zu gewinnen, das so viele Möglichkeiten bietet, aber viel zu wenig bekannt ist", beschreibt der gestandene Diplomingenieur für Baustoffverfahrenstechnik sein konkretes Ziel.
Dazu bietet er den Mädchen und Jungen gemeinsam mit der Schule eine ganze Reihe von Möglichkeiten, Praxisluft zu schnuppern. Der "Tag der offenen Tür" oder Exkursionen ins Unternehmen mit Besichtigung des Leitstandes und der Produktion sowie der Vorstellung von Berufen, ist da nur ein kleiner Ausschnitt.Der Leiter des zur thomas gruppe gehörenden Werkes mit rund 100 Mitarbeitern in Dorndorf-Steudnitz, das neben Zement noch etliche andere Stoffe für die Bauindustrie herstellt, wird bei geeigneten Themen zum Unterricht in die Schule eingeladen.
Und er betreut Seminarfacharbeiten, wie die von Sarah Troche und Marlen Ortner, beide 10. Klasse. Sie analysieren die Wechselwirkung zwischen Betrieb und Umgebung. "Wir haben Fragebögen erarbeitet, wo wir zum Beispiel nach möglicher Lärmbelästigung oder Verschmutzung fragen oder auch nach dem Einfluss von dornburger zement als Sponsor", erklärt Marlen Ortner. Vorgänger hatten die Geschichte des Unternehmens dargestellt. "Diese habe ich stets auf meinem Notebook dabei und zeige sie nicht selten Kunden an Ort und Stelle", ist Theuerkauf zufrieden.Einen wichtigen Auftrag haben zudem Riccardo Beer, Tina Blaufuß und Thomas Brendel von ihm erhalten. Sie arbeiten gar an einer neuen Imagebroschüre der Firma. Der Chef zeigt sich zuversichtlich: "Sie werden ganz sicher viele gute Ideen einbringen."Kurs 21 Schule trifft Wirtschaft
Quelle: OTZ (Margit Kasper Dorndorf) 18.07.2008
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