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Erfolgsmodelle - Lernpartnerschaften zwischen Schulen und Unternehmen präsentieren sich


Referenten und Gäste

Stuttgart, 14.12.2007 - Ein reger Dialog zwischen Schule und Wirtschaft ist in Baden-Württemberg bereits heute Realität. Die Zusammenarbeit noch weiter zu intensivieren und neue Kontakte zu knüpfen ist das erklärte Ziel der landesweiten Initiative KURS 21.

Am vergangenen Freitag trafen sich über 60 aktive Lernpartner aus Schule und Wirtschaft zum KURS 21-Austauschforum in der IHK Region Stuttgart. Vier Partnerschaften zwischen Betrieben und Schulen präsentierten exemplarisch ihre Kooperationen und stellten sich den interessierten Fragen der Tagungsteilnehmer.

"Mit den Mädchen und jungen Frauen, die wir im Unternehmen haben, machen wir exzellente Erfahrungen", so Bernd Brennenstuhl, Ausbildungsleiter bei der Hewlett Packard GmbH Böblingen. Das Unternehmen arbeitet seit Oktober 2006 eng mit der St. Klara Mädchenrealschule und -progymnasium Rottenburg zusammen. "Wir möchten in den technischen Berufen unsere Ausbildungsquote bei den Mädchen von bisher 34 % auf 50 % erhöhen. Die Kooperation mit St. Klara ist ein wichtiger Schritt in diese Richtung", so Brennenstuhl weiter. Peter Istel, BORS-Beauftragter der Schule und damit für das Berufsorientierungskonzept verantwortlich, empfindet die Zusammenarbeit als "unglaublich aktiven und konstruktiven Prozess".

Die landesweite Initiative KURS 21 Baden-Württemberg konnte seit 2003 bereits knapp 140 Lernpartnerschaften aufbauen. Dabei unterstützt KURS 21 die Partner aus Schule und Wirtschaft bei der Organisation, Moderation und Dokumentation der Planungsgespräche, verfasst die schriftlichen Kooperationsvereinbarungen und leistet Öffentlichkeitsarbeit.

Von dieser Unterstützung profitieren konnte im November 2005 auch das Theodor-Heuss-Gymnasium Esslingen, als es seine Partnerschaft mit der J. Eberspächer GmbH & Co. KG Esslingen einging. In Esslingen haben es sich die Partner zum Ziel gesetzt, Schülerinnen und Schüler für die technischen Berufe zu begeistern, die der mittelständische Automobilzulieferer Eberspächer bietet. Das funktioniere jedoch nicht, "wenn der Unterricht auf die Schule begrenzt bleibt" und "auch nicht allein mit neuen Medien", so Kurt Lorch, Fachabteilungsleiter Naturwissenschaften am Esslinger Gymnasium. Vielmehr müsse sich die Schule "nach innen und außen öffnen". Den Erfolg dieses Engagements unterstrich Gabriela Schoppe von Eberspächer und betonte: "Der gute Wille ist auf beiden Seiten da."

Ermöglicht wird KURS 21 durch die Unterstützung zahlreicher Partner: das Ministerium für Kultus, Jugend und Sport, das Wirtschaftsministerium und das Umweltministerium sind ebenso aktiv beteiligt wie die Industrie- und Handelskammern und die Handwerkskammern des Landes. Mitfinanziert wird das Projekt vom Europäischen Sozialfonds, veranlasst durch das Wirtschaftsministerium.

Dass die Vernetzung von Schule und Wirtschaft durch Lernpartnerschaften Schülerinnen und Schülern aller allgemeinbildenden Schulen den Übergang in den Beruf erleichtert, zeigte die Bandbreite der vorgestellten Beispiele. Darüber hinaus erhalten die beteiligten Unternehmen die Möglichkeit, informierte, motivierte und qualifizierte Nachwuchskräfte aus der Region zu rekrutieren. Eindrucksvoll war daher auch das Beispiel aus Baiersbronn. Die Johannes-Gaiser-Realschule pflegt seit Februar diesen Jahres den Austausch mit einem Pool von zehn verschiedenen Unternehmen und Institutionen aus Baiersbronn und Umgebung. Unter dem Motto "Fit für die Zukunft - Wald als Heimat" erhalten die Jugendlichen einen umfassenden Einblick in traditionelle und moderne Berufsfelder der Schwarzwaldregion, wie Thomas Gisonni, Kooperationsmanager der Schule, darlegte. Zimmerermeister Ernst Schleh brachte es auf den Punkt: "Wir wollen jungen Leuten in der Region eine Chance geben." Schleh ist es wichtig, dass die Schüler den Zimmererberuf und überhaupt das Handwerk als attraktive berufliche Perspektive kennen lernen, denn "Handwerk ist Kreativität, Tradition, Moderne und Zukunft in einem und bietet zahlreiche Weiterbildungs- und Aufstiegsmöglichkeiten".

Last but not least stellten Nathalie Mefire Kouotou von der Kastelbergschule (Haupt- und Werkrealschule) und Herbert Grünwald, Ausbildungsleiter bei der August Faller KG Waldkirch, ihre gemeinsame Projektarbeit vor. Der Hersteller von Faltschachteln bietet der Schule zahlreiche Anknüpfungspunkte, um die Theorie des Unterrichts durch anschauliche Beispiele aus der Praxis begreifbar zu machen. Ob es um die Faltschachtel als geometrischen Körper geht oder die Geschichte des Papiers - die Erfahrung zeigt, das die Jugendlichen mit viel Eifer bei der Sache sind, wenn Einheiten mit dem Partnerunternehmen auf dem Stundenplan stehen.

Die gut besuchte Veranstaltung in den Räumen der IHK Region Stuttgart bot den Teilnehmerinnen und Teilnehmern viele neue Anregungen für eigene Projekte und bildet damit einen wichtigen Baustein für die Nachhaltigkeit dieser besonders intensiven Schule-Wirtschaft-Kooperationen. Dr. Martin Frädrich, Leiter der Abteilung Beruf und Qualifikation der IHK Region Stuttgart betonte dies ebenso wie Thomas Schenk, Referent Schule/Wirtschaft beim Ministerium für Kultus, Jugend und Sport. KURS 21-Projektleiter Thomas Weise dankte den Partnern von KURS 21, den Betrieben und Schulen für ihr Engagement: "Mit Ihrem Einsatz verbessern Sie die Zukunftsperspektiven unserer Jugendlichen!"



Thomas Gisonni und Ernst Schleh gutgelaunt bei ihrem Vortrag (v.l.n.r.)

Dr. Christoph Ottmar (KURS 21-Beauftragter des Ministeriums für Kultus, Jugend und Sport), KURS 21-Projektleiter Thomas Weise, Kurt Lorch (Theodor-Heuss-Gymnasium Esslingen) (v.l.n.r.)
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