Krachen und Knallen inklusive: ABB STOTZ-KONTAKT GmbH und Albert-Schweitzer-Schule Heidelberg gehen Lernpartnerschaft ein
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Heidelberg, 20.07.2007 - Dem Fachkräftemangel entgegenwirken und langfristig die Schüler für nachhaltiges Wirtschaften sensibilisieren: Das sind die Ziele der Lernpartnerschaft zwischen der ABB STOTZ-KONTAKT GmbH und der Albert-Schweitzer-Schule Heidelberg.
Seit mehreren Jahren bereits unterhalten die Grund- und Hauptschule mit Werkrealschule und der Spezialist für elektrische Ausrüstung und Automatisierung von Gebäuden, Maschinen und Anlagen beste Beziehungen. Im Juli vereinbarten nun beide Parteien, nachhaltig zusammenzuarbeiten und dies in einer KURS 21-Kooperationsvereinbarung festzuschreiben. Ein besonderer Schwerpunkt der Partnerschaft liegt fortan auf der Förderung des technischen Verständnisses der Schülerinnen und Schüler. Das engagierte Unternehmen, das rund 2000 Mitarbeiter beschäftigt und auch in Zukunft einen hohen Bedarf an Facharbeitern hat, möchte mehr Jugendliche für eine Ausbildung im technischen Bereich begeistern, so der Leiter Personal Dr. Rolf Eberwein.
Seit einiger Zeit bereits besuchen Schülerinnen der fünften und sechsten Klassen regelmäßig am "Girls' Day" im April das Unternehmen. Hier erhalten sie Einblick in verschiedene "Männerdomänen" wie Energieelektronik, Industriemechanik und Konstruktion. Das Besondere: Es sind Facharbeiterinnen, die die Mädchen über die verschiedenen Ausbildungsmöglichkeiten und Karrierechancen informieren und so ganz nebenbei natürlich eine Vorbildfunktion übernehmen. Selbstverständlich greifen die Schülerinnen auch selbst zu Bohr- und Fräsmaschine und fertigen ein kleines Mühlespiel.
Damit aber die Jungs nicht zu kurz kommen vereinbarten die Lernpartner nun ein Metallprojekt für den Technikunterricht in Klasse 9. Im Oktober und Juni haben die Schüler die Aufgabe, in Kleingruppen einen Platinenhalter mit Standfuß zu konstruieren und zu fertigen. Begeistert nahm Techniklehrer Stefan Hansen den Vorschlag von Ausbilder Uwe Benz auf, "ABB als verlängerte Werkbank" zu nutzen und den Technikunterricht für dieses Projekt gleich ganz in die Werkstatt des Unternehmens zu verlegen. Für die Theorie stellt ABB STOTZ-KONTAKT gerne einen Schulungsraum zur Verfügung; ausprobiert und umgesetzt werden kann das Gelernte dann mit zusätzlicher Unterstützung durch Ausbilder und Auszubildende in den Werkstätten des Unternehmens, die die technischen Möglichkeiten einer Schule natürlich weit übertreffen.
Die Jahrgangsstufe 8 befasst sich unter der Leitung von Konrektor und Physiklehrer Joachim Weiss mit der "Sicherheit im Stromkreis". Auch hier stellt das Unternehmen die eigene Werkstatt zur Verfügung. Die Jugendlichen erhalten zunächst in einer Führung einen Überblick über die täglichen Arbeitsabläufe. Die Partner wollen dabei das Interesse der Schüler an Technik und Elektrizität nicht zuletzt durch eindrucksvolle Versuche im Labor wecken. Krachen und Knallen ist dabei erwünscht. Weniger erwünscht sind solche Effekte natürlich im Alltag. Daher widmet sich der potenzielle Nachwuchs anschließend ganz praktisch den verschiedenen Sicherungsautomaten die dafür sorgen, dass uns beim täglichen Gebrauch elektrischer Geräte eben nicht die Funken um die Ohren fliegen.
Die Nachhaltigkeit solcher Projekte sichert die Schule dadurch, dass die Jugendlichen die Projektarbeit in ihren individuellen Portfolios "Mein Weg in den Beruf" dokumentieren.
Erwähnt sei noch, dass Schule und Unternehmen einen Elternabend zum Thema Berufswahl anbieten. Auch hier geht man neue Wege: Nicht die Unternehmensvertreter kommen in die Schule, sondern Eltern und Lehrer werden ins nur wenige hundert Meter von der Schule entfernt gelegene Werk eingeladen. So haben sie nicht nur Gelegenheit, ihre Fragen direkt an Ausbilder und Personalverantwortliche zu richten, sondern können sich darüber hinaus gleich selbst einen Eindruck von den spannenden Ausbildungsmöglichkeiten des Unternehmens verschaffen.
Für die Zukunft formulierte Rektorin Marlene Bohne-Becker den Wunsch, möglichst Themen des nachhaltigen Wirtschaftens in die Partnerschaft zu integrieren. Die umweltzertifizierte Schule möchte die Sensibilisierung der Jugendlichen für den verantwortungsbewussten Umgang mit Ressourcen gerne auf den beruflichen Bereich ausdehnen.
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