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Praxisbeispiele begeistern Freiburger - erfolgreiche KURS 21- Projektpräsentation in der Freiburger Gewerbe-Akademie
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Freiburg, 6. Juli: "Schulen unternehmen Zukunft" hat die Landesinitiative KURS 21 sich als Motto gegeben - Vorträge und Praxisbeispiele füllten dieses Motto nun mit Leben.
Fast 90 Gäste aus Handwerk, Industrie und Handel, aus Schulen, Schulbehörden und den Wirtschaftsorganisationen waren in die Gewerbe-Akademie der Handwerkskammer Freiburg gekommen, um sich aus erster Hand über KURS 21 zu informieren.
Eingeleitet wurden die Berichte aus der Lernpartnerschaftspraxis von einem Vortrag von Prof. Dr. Günter Vollmer vom Institut Unternehmen & Schule an der Universität Düsseldorf sowie Grußworten der Wirtschaftsorganisationen, der Schulverwaltung und der Politik:
Michael Wohlrabe, Geschäftsführer der Handwerkskammer Freiburg zeigte sich überzeugt, dass Betriebe und Schulen "geborene Partner" bei der Weiterentwicklung der Bildungslandschaft seien - und dass KURS 21 diese gemeinsamen Bemühungen aktiv unterstützen kann und wird.
Dieser Überzeugung schloss sich Hartmut Möller, Leiter des Geschäftsbereichs Berufsbildung bei der IHK Südlicher Oberrhein, an als er die Gäste auch im Namen aller Industrie- und Handelskammern des Landes begrüßte.
Die Grüße und besten Wünsche des Wirtschaftsministers überbrachte Klaus Koch, der sich im Referat Förderung der Beruflichen Bildung des Wirtschaftsministerium auf übergeordneter Ebene mit dem Thema der Ausbildung und Ausbildungsreife befasst und dort auch für KURS 21 zuständig zeichnet.
Für die Seite der Schulen sprach Helmut Wesche von der Abteilung Bildung und Schule des Regierungspräsidiums Freiburg, der u.a. den Aspekt der Dauerhaftigkeit der Kooperationen in den Mittelpunkt seines Grußwortes stellte.
Das abschließende Grußwort wurde von Stadtrat Helmut Thoma gesprochen, der seine undankbare letzte Sprechposition mit Humor kommentierte: "Es soll ja in Deutschland mehr Arbeitszeit durch Grußworte als durch Streiks verloren gehen." Dennoch ließ er es sich nicht nehmen, dem Projekt auch von Seiten der Stadt aus viel Erfolg und gutes Gelingen zu wünschen.
In seinem Kurzvortrag führte dann Professor Günter Vollmer die Teilnehmer der Veranstaltung in das Konzept der Lernpartnerschaften zwischen Schulen und Unternehmen ein und skizzierte seine Vision einer "prä-dualen Bildungslandschaft", in der jede Schule mit einem oder mehreren Partnerbetrieben eng und dauerhaft zusammenarbeitet. "Wir wollen einen Strukturwandel, der dazu führt, dass Wirtschaft im Schulalltag fest integriert wird und die Schüler durch die Wissensvermittlung durch Praktiker einen neuen Bezug zu ihren Lernstoffen bekommen", so Professor Vollmer von der Universität Düsseldorf und Initiator von KURS 21.
Nach der Einführung in die Theorie folgte nun die Praxis:
Gabriele Lefevré, Schulleiterin des Anne-Frank-Gymnasiums Rheinau berichtete aus der eineinhalbjährigen Erfahrung in der Zusammenarbeit mit Fertighaushersteller WeberHaus GmbH & Co. KG. Acht Themen stehen hier jedes Jahr auf dem gemeinsamen Stundenplan von Betrieb und Schule: Vier aus den klassischen Bereichen Berufsorientierung und Bewerbung, vier weitere betreffen direkt die Inhalte des Regelunterrichts. Sei es nun die Erkundung der Produktion im Unternehmen, die Geschichte des Hausbaus oder die Auseinandersetzung mit der Sprache der Werbung - alles geht einfacher mit einem Partnerunternehmen, das dem Anne-Frank-Gymnasium die Tür öffnet.
Das entspricht auch den Erfahrungen von Christian Baier, Lehrer der Kastelbergschule Waldkirch (Hauptschule mit Werkrealschule), der eine ganz junge Lernpartnerschaft vorstellte: Seit März 2006 kooperiert die Kastelbergschule mit der August Faller KG, einem Hersteller von Verpackungsmitteln z.B. für Medikamente.
Acht Kooperationsprojekte für die Klassen 5 bis 9 haben Ausbildungsleiter und Lehrer gemeinsam erarbeitetet: Zukünftig werden die Schüler durchgängig von der Klassenstufe 5 bis zum Abschluss in der Klasse 9 jedes Jahr wenigstens einmal mit der Partnerfirma in Kontakt stehen. Im Sommer diesen Jahres bewerben sich z.B. alle Schüler der Klasse 8 bei der Firma Faller und durchlaufen ein komplettes Bewerbungsverfahren mit schriftlicher bzw. mündlicher Rückmeldung. Zuvor stellen die Auszubildenden ihre Ausbildungsberufe in der Schule vor und stehen den Schülern Rede und Antwort. Über die Orientierung im Berufsleben [OiB] hinaus sind weitere Projekte in den anderen Fächern des Bildungsplans vereinbart. Beispielsweise kommen Auszubildende aus dem Bereich Mediengestalter in den Kunstunterricht, informieren über Gestaltungsrichtlinien und entwerfen gemeinsam mit den Schülern der Klasse 9 ein Logo für die Lernpartnerschaft. Ebenso gehen Auszubildende aus dem Bereich Druck wieder in die Schule, üben mit den Schülern der Klasse 6 das Farbenmischen bis hin zu einer Zielfarbe und gestalten im Rahmen des Fächerverbundes Musik - Sport - Gestalten [MSG] einen Kalender, den die Firma Faller bereitstellt. Aber auch in den Matheunterricht der Klasse 5 wird sich ein Ausbildungsleiter einbringen. Die Themen "Formen und Geometrie" werden greifbar, wenn das räumliche Vorstellungsvermögen der Schüler an Faltschachteln der Firma Faller geschult wird.
Wie nicht anders zu erwarten, waren es gerade diese Praxisbeispiele, die den Teilnehmern verdeutlichten, welches Potential in der langfristigen und verlässlichen Kooperation von Schulen und Betrieben liegt.
Dieses mehrfache Potential der Lernpartnerschaften - zur praxisnahen Erweiterung des Unterrichts und zur besseren Vorbereitung der Schülerinnen und Schüler auf Ausbildung und Beruf - motivierte auch die Teilnehmer der abschließenden Gesprächsrunde, sich auf KURS 21 einzulassen: Vertreter von sieben Unternehmen und zwei Schulen besiegelten an diesem Tag ihre KURS 21-Lernpartnerschaften. Ihren offiziellen Abschluss fand die Projektpräsentation dann mit der feierlichen Unterzeichnung der Kooperationsvereinbarungen zwischen dem Metro Cash & Carry-Großmarkt Gundelfingen und dem Walter-Eucken-Gymnasium einerseits und der Hansjakob-Realschule mit den Firmen Elektro Schillinger, Bad-& Heizung Lassen, den beiden Bezirksschornsteinfegermeistern Christian Diettrich und Johannes Dold, der Badenova AG und der Solar-Fabrik andererseits.
Eine gelungene Veranstaltung mit vollem Programm fand ihren Abschluss dann beim informellen Austausch bei kalten Getränken und einem kleinen Imbiss.
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